PRESSE: Staatssekretär Björn Böhning (BMAS) im ZeTT
Staatsekretär Björn Böhning (BMAS) informierte sich in Jena über die Arbeit des Zentrums Digitale Transformation Thüringen (ZeTT).
Staatsekretär Björn Böhning (BMAS) informierte sich in Jena über die Arbeit des Zentrums Digitale Transformation Thüringen (ZeTT).
Baustellenalltag bei der dilb GmbH aus Miesitz: Auf der Baustelle wird der Fassadenputz frisch angebracht. Der Vorarbeiter zückt sein Handy, fotografiert den Arbeitsfortschritt. Sofort erfolgt der Upload – das Foto und eine kurze Sprachnotiz landen bei der Geschäftsführung auf den Büro-Computern. Die erbrachte Leistung wird für die Rechnungserstellung übernommen. Inzwischen telefonieren bereits der Chef der dilb GmbH, Herr Mittmann, und der Auftraggeber über die nächsten Arbeitsschritte und aufgetretenen Schwierigkeiten. Die Sprachnotiz des Vorarbeiters ergab einen dringenden Klärungsbedarf beim zu bestellenden Material.
Die dilb GmbH geht neue Wege. Das Unternehmen mit Sitz in Miesitz bei Triptis beschäftigt 10 Mitarbeiter*innen. Es bietet typische Bauhandwerksleistungen mit Schwerpunkt auf gedämmte Fassaden in verschiedenen Arten an. Geschäftsführer*innen und Mitarbeiter haben den Anspruch Vorreiter für den digitalen Wandel zu sein, gerade in Bereichen mit vielen manuellen Tätigkeiten.
Die Vorteile der Digitalisierung liegen auf der Hand: Von der Baustelle kann zügig mit dem Firmensitz kommuniziert werden, der meist viele 100 Kilometer vom Arbeitsort der Handwerker entfernt ist. Die dilb GmbH hat dafür eine digitale Kommunikationsplattform entwickelt. Eine Smartphone-App erlaubt eine Dokumentation aller Prozesse am Baukörper und überführt die Information lückenlos in eine Datenbank. Es handelt sich dabei um den Typ eines Prozess-BIM (Building Information Modeling/Bauwerksdatenmodellierung), das sich durch die Fokussierung auf die Arbeit der Handwerker auf der Baustelle wesentlich von den herkömmlichen Planungs-BIMs unterscheidet. Die dabei entwickelten, erprobten und eingesetzten Methoden der Ereigniskommunikation von der Baustelle ins Büro und zurück öffnen einen neuen Zugang zur rechtzeitigen Erkennung und Beseitigung von Risiken während der Auftragsrealisierung.
Durch regelmäßige Aufnahmen von Foto- und Sprach-/Textinformationen durch den Vorarbeiter kann sich das Büro wesentlich besser vorstellen, was für eine Abweichung vom vertraglichen Soll zu behandeln ist (siehe Abbildungen). Mit einer Reihe von digitalen Tools kann die/der Sachbearbeiter*in im Büro die Baustelleninformation mit Vertrags-, Baukörper- und Organisationsdaten vernetzen, was zu einer Validierung und Qualifizierung führt, die anhand von Berichten und Dokumenten belegsicher an den Auftraggeber versendet werden kann – z.B. in Form einer angepassten Rechnung.

Probleme auf der Baustelle können so interaktiv und in Echtzeit bearbeitet werden. Dadurch kann schnell ein Lösungsweg gefunden werden, der weitere Fehler und damit Mehrarbeit sowie finanzielle Verluste vermeidet. Die digitalen Hilfsmittel der dilb GmbH erhöhen außerdem die Sichtbarkeit der Aktivitäten auf der Baustelle und erleichtern die Kommunikation mit dem Büro. Das führt zu einer gesteigerten Wertschätzung der Mitarbeiter*innen, die idealerweise in einer verbesserten Produktivität mündet. Auf diesen Erkenntnissen basierend möchte die dilb GmbH weitere digitale Entwicklungen anstoßen. Das ZeTT unterstützt sie dabei.
Das ZeTT und die dilb GmbH arbeiten seit November 2020 intensiv zusammen, um das digitale Bauprozess-Management zu verbessern. Entscheidend für alle Projektbeteiligten ist, dass für die Beschäftigten die digitalen Lösungen nachvollziehbar und arbeitserleichternd sind. Mit Hilfe der Erfahrungen der ZeTT-Mitarbeiter*innen von Arbeit und Leben Thüringen und der FSU Jena werden Hinweise für eine kontinuierliche, mitarbeiterorientierte Verbesserung gegeben. Gemeinsam wird der Erfahrungsaustausch in der Branche und ein Transfer dieser digitalen Prozesslösung vorbereitet.
Das ZeTT begann mit einer vertieften Beratung und erarbeitet nun mit den Mitarbeiter*innen der dilb ein Lehr-Lernkonzept zu digitalen Hilfsmitteln auf dem Smartphone für die Baustelle. Das ZeTT begleitet außerdem die Erprobung bzw. Einführung des von der dilb entwickelten Tools in anderen KMU. Mit der dilb GmbH besteht darüber hinaus eine vertiefte Zusammenarbeit mit Blick auf KI-Möglichkeiten zur kontinuierlichen Verbesserung der App. KI – also künstliche Intelligenz – ermöglicht u.a. eine leichtere Weiterverarbeitung von Text-, Sprach- und Bildinformationen.
Auf diese Weise holen sich künftig bei der dilb GmbH die Vorarbeiter auf der Baustelle mit zielgerichteten Sprachbefehlen selbstständig Informationen von der Auftragscloud, mit denen sie die Auftragsziele sehr effizient, weil zeitsparend und professionell, umsetzen. Für den Vorarbeiter auf der Baustelle bedeutet das nicht nur, dass er öfters mal die „Kelle weglegt“, sondern auch, dass seine Funktion in der Firma eine zusätzliche Aufwertung erfährt. Die Auftragscloud stellt dem Vorarbeiter auf Anfrage das benötigte Auftragswissen elegant auf der Baustelle zur Verfügung. Das Beispiel der dilb GmbH zeigt, dass gerade im speziellen Segment der Bau- und Ausbaugewerke der digitale Wandel ein wertvolles modernes Werkzeug darstellt, wenn der Fokus des Informationsflusses direkt mit den Arbeitsprozessen der Beschäftigten verbunden wird.
Bei Interesse an den Aktivitäten der dilb GmbH oder der Zusammenarbeit mit dem ZeTT, melden Sie sich gern bei johanna.sittel@uni-jena.de (Johanna Sittel, ZeTT) oder jfm@dilb.de (Hr. Mittmann, dilb GmbH).
Im 3sat Wirtschaftsmagazin „makro“ spricht Prof. Dr. Klaus Dörre über aktuelle Home-Office-Entwicklungen und neuen Erkenntnissen
Die Drehtechnik Jakusch GmbH aus Saalfeld ist in Thüringen als zukunftsorientiertes Unternehmen im Bereich der komplexen Metallbearbeitung bekannt. Bereits im Jahr 2019 wurde es deshalb mit dem Großen Mittelstandspreis für sein weitreichendes Engagement ausgezeichnet.
In einer Kooperation mit dem ZeTT – Zentrum Digitale Transformation arbeitet das Unternehmen nun an der Erprobung eines innovativen Lehr- und Lernkonzepts für die digitale Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Prof. Dr. Heike Kraußlach und Norbert Jahn von der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, betreuen das Projekt zur Einführung von E-Learning mithilfe einer digitalen Lehr- und Lernplattform für die Beschäftigten.
Geschäftsführer Enrico Jakusch und seine Beschäftigten sind begeistert über die Umsetzung des ersten Schulungsmoduls, welches sich dem Themenkomplex „Ergonomie am Arbeitsplatz“ widmete. Weitere Module und Themenkomplexe werden folgen. Die Forscher*innen und Berater*innen des ZeTT freuen sich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit der Drehtechnik Jakusch GmbH.
Wie können Material- und Warenflüsse innerhalb eines Betriebsgeländes mit Daten angereichert werden? Und welchen Stellenwert haben Daten in der Intralogistik? Antworten auf diese und weitere Fragen, gibt die Zusammenarbeit zwischen Schubert & Salzer Feinguß und dem ZeTT.
Das Projekt „Zentrum Digitale Transformation Thüringen (ZeTT+)“ wird im Rahmen des Programms „Zukunftszentren“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert sowie durch das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie kofinanziert.

Weiterer Förderer:

Um unsere Website für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
